Dieter Schühle am Elektrofahrzeug

Schühle tüftelt konsequent an mehr Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen

SCHÖNAICH (sel). „Wir befinden uns aktuell in einem Transformationsprozess!“, konstatiert Dieter Schühle, und bezieht sich dabei sowohl auf die Gesellschaft wie auf das eigene Unternehmen. „Wir hinterfragen uns selbstkritisch, mit Blick auf die Umwelt und die nachfolgenden Generationen. Wie können wir im Hinblick auf Produkte, Verfahren und Mobilität ökologischer und nachhaltiger handeln.”

Bereits seit Jahren umtreibe ihn der Gedanke an mehr nachhaltiges Handeln, erzählt der gelernte Raumausstattermeister, der heute das Unternehmen Wohnideen Schühle leitet. Er selbst sei mit der Familie oft im Grünen unterwegs, viel mit dem Pedelec, das er gerne auch geschäftlich nutzt.

“Deutschland ist zwar mit nur ca. 2% an dem weltweit produzierten Co2 beteiligt, allerdings sind hierbei keine nach Deutschland importierten Produkte berücksichtigt, die häufig in Ländern produziert werden, denen der höchste Anteil am weltweiten Co2-Ausstoß zugeschrieben wird. In Europa werden die Umweltauflagen immer strenger, während in anderen Ländern kaum auf umweltverträglichere Produktionen geachtet wird. Und dann kann das vermeintlich Billige, in Bezug auf Umwelt und Klima, schnell teuer werden. Zu hinterfragen, wo etwas herkommt, das kann jeder.”

Im Zuge des Wandels hin zu mehr Nachhaltigkeit hat Dieter Schühle und sein Team damit begonnen „Regionaler zu werden“, lautet ein weiterer Ansatz: „Einmal in Bezug auf die verwendeten Rohstoffe. Einer unserer Holzbodenlieferanten sitzt im Schwarzwald. Aus dieser Region beziehen wir auch unsere Getränke.“  Damit nicht genug. Um den Verpackungsmüll zu reduzieren, bestelle man, sofern irgend möglich, heute größere Gebinde bei stark nachgefragten Produkten und will zugleich die Bestellungen bei einem Lieferanten bündeln, auch das spare Müll und Emissionen.

Aktuell macht die Firma Schühle ein neues Kapitel auf. Elektrisch fahren. „Das habe ich anfänglich sehr kritisch gesehen. Die klassischen Gegenargumente waren auch bei mir präsent. Durch intensive Recherche und Informationsaustausch, habe ich Erkenntnisse gewonnen, die mich zum Handeln bewegt haben. Nach einer Testphase mit vollelektrischen Transportern und PKW, sind meine Mitarbeiter und ich davon überzeugt.“ Ein Schlüsselerlebnis, endlich den Schritt zu lokal emissionsfreiem Fahren zu gehen, habe er nach einer Veranstaltung in Stuttgart gehabt, als 2000 Fahrzeuge zeitgleich das Parkhaus verlassen wollten und außer immer dichter werdendem Qualm nichts mehr voran ging. „Das kann mit E-Fahrzeugen so nicht passieren. Inzwischen haben wir auch gelernt, dass E-Fahrzeuge automatisch ein anderes Fahrverhalten erfordern, denn bei begrenzter Reichweite achtet man stets auf energiesparende Fahrweise und Energierückgewinnung durch Rekuperation, was zugleich den Feinstaub durch Bremsabrieb deutlich reduziert.“

Die Konsequenz: Von zehn Fahrzeugen werden in den nächsten Monaten vier durch Stromer ersetzt. „So reduzieren wir unseren lokalen Co2-Ausstoß, um zirka 20 Tonnen pro Jahr“, hat Schühle ausgerechnet. Der Wechsel zu einem Öko-Stromlieferant, war eine logische Konsequenz. Ich möchte gerne meine Erkenntnisse an Interessierte weitergeben: „Es gibt viele Möglichkeiten, am Veränderungsprozess hin zu mehr nachhaltigem Handeln mitzuwirken. „Weniger shitstorm, stattdessen mehr doitstorm!“ meint Schühle.